Der Bahnhof Westfriedhof ist gekennzeichnet durch imposante Außenwände, die in Forum von gefrästen Schlitzwandelementen entstanden sind. Ihre grobe Oberflächenstruktur ist gleichsam der Negativabdruck des Baugrundes, der die Wand bei ihrer Herstellung noch umgeben hat.Aus ästhetischen Erwägungen und Gründen der einfachen Pflege beim Bauunterhalt sollten diese Wände eigentlich mit einer Vorsatzhülle aus mattiertem Glas verkleidet werden, doch im Verlauf der Bauarbeiten kam es zu einem konzeptionellen Umschwung: Der für die Innengestaltung verantwortliche Architekt war von dem archaischen Eindruck der Wände so angetan, daß er in seiner Begeisterung auch die Mitglieder des örtlichen Bezirksausschusses vom Verzicht auf die schützende Glshaut überzeugen konnte. Dieser Schritt entsprang der Vorstellung des Architektenteams, die "quasi-natürliche Ursprünglichkeit der Rohbaukonstruktion in einen spannungsvollen Dialog zu stellen mit der Präzision der Ausbauelemente." Ähnlich wie in Gern gehört auch in Bahnhof Westfriedhof zur Grundidee ein Beleuchtungskonzept, das nicht flächig angelegt, sondern durch räumliche Strukturierung gekennzeichnet ist. Überdimensionale, nach unten hängendes Lampenschirme, innen in verschieden Farbtönen beschichtet, lassen den mit hellgrauem Granit belegten Bahnstein erstrahlen, während der nach oben hin weit ausladende Raum in gedämpftem blauem Licht erscheint, das den mystischen Charakter dieses großartigen unterirdischen Halle unterstreicht.
Hier noch weitere Bilder vom Westfriedhof:
Quelle: U-Bahn-Referat |