Bedingt durch die bergmännische Bauweise unterscheidet sich der Bahnhof Trudering ganz erheblich von allen übrigen Stationen der Neubaustrecke, er besteht in der Hauptsache aus zwei parallel verlaufenden, aufgeweiteten Tunneln mit Seitenbahnsteigen.

Beide Bahnhofsröhren mit ihrem ovalen Profil sind gegliedert in einen rotgestrichenen Wandabschnitt an der Gleisseite und silbrig glänzende Verkleidung entlang dem innenliegenden Bahnsteigbereich; sie besteht aus Aluminiumelementen, die in drei Schalen mit kurzen Überschneidungen schuppenförmig übereinanderliegen.

Zwischen der mittleren und äußeren Verkleidungsschale verläuft ein Lichtband aus Leuchtstoffröhren, das direkt nach unten strahlt. Mit einer längslaufenden Kantenstruktur in der obersten Verkleidungsschale wird ähnlich wie beim Rückstrahler zusätzliches Licht durch Reflextion auf den Bahnsteig gelenkt.

Den besonderen Aspekt der Truderinger Ortsbezugs vermittelt ein Werk von zeitgenössischer Kunst im Verbindungstunnel zwischen U- und S-Bahn.

Zum Verständnis der hier gezeigten beiden Bildobjekte sind einige heimatkundliche Anmerkungen hilfreich: In Ludwig Thoma`s bekanntem Einakter "Eine Klasse" hält die Lokalbahn auch am königlich bayrischen Bahnhof Trudering. Am Bahnsteig singt ein Char das Lied "... Hakl`n tean mar aa mit de Fings, drum san me de lustinga Trudaringa".

Für Auswertige: Die Strophe besingt den altbayrischen Kraftsport des "Fingerhakelns". Dieser typische Brauch und das bekannte Armdrücken wurde in der Darstellung aufgegriffen und mit Abbildungen aus dem Truderinger Leben gestaltet.


Daten und Zahlen

Bauplanung Rohbau: U-Bahn-Referat
Innenausbau: Julia Mang-Bohn & Peter Bihn
Wandbilder: Sophie Kaiser
Bauzeit: September 1994 - Mai 1999
Kosten: 780 Millionen DM
(für den kompletten Bauabschnitt U2-Ost)
Eröffnung: 29.05.1999


Hier noch weitere Bilder von Trudering:



Quelle: U-Bahn-Referat