Die vom Rohbau bestimmt Raumstruktur des ersten Messebahnhofs ist gekennzeichnet durch eine hohe, stützenfreie und damit sehr übersichtliche Bahnsteighalle, in die am Ostkopf ein weitläufiges Sperrengeschoß mit Ausgang zur Messe integriert ist.

Hier sorgen langgestreckte Öffnungen nach beiden Seiten für Licht und Bewegungsfreiheit. Eine breite Freitreppe nach Süden führt zum künftigen städebaulichen Zentrum von Nue-Riem, während der gegenüberliegende Ausgang den Weg zum Haupteingang der neuen Messe eröffnet.

Zusätzlich reizvolle Lichteffekte ergen sich durch neun kreisrunde, mit befahrbarem Glas versehene Öffnungen in der Bauwerksdecke. Die eigentliche Bahnhofsbeleichtung entspricht einem auf reine Zweckmäßigkeit und Funktionalität reduzierten Konzepts: Zwei längslaufende, doppelreihige Lichtbänder über den Bahnsteigkanten sind relativ hoch angeordnet, um nicht nur den Bahnsteig zu beleuchten, sondern auch einen Teil der Seitenwände zur Geltung kommen zu lassen; ihre Behandlung mit unterschiedlich lasierendem Farbauftrag zeigt einerseits das Prinzip des veredelten Rohbaus in seiner klarsten Form, verfolgt aber andererseits auch noch eine weitere Absicht: Durch die einfärbung in abgestuften Rottönen werden die inneren Strukturen des Betons hervorgehoben und ihre unterschiedlichen Körnungen mit Poren und Schlieren optisch verstärkt.

So gewinnt diese Wandgestalltung eine symbolische Komponente, indem sie handwerkliche Vorgänge dokumentiert, diesen "historischen" Aspekt entwickelt und der Messe - mit ihrer Aufgabe, stets Neues zu präsentieren - als bewußt gegensätzliche Einstimmung voranstellt.


Daten und Zahlen

Bauplanung Rohbau: U-Bahn-Referat
Bauplanung Innenbau: Bystropp, Bregenhoj & Partner
Bauzeit: September 1994 - Mai 1999
Kosten: 780 Millionen DM
(für den kompletten Baubabschnitt U2-Ost)
Eröffnung: 29.05.1999


Hier noch weitere Bilder von der Messestadt West:



Quelle: U-Bahn-Referat