Schon bei der Rohbauplanung dieser Station konnte eine räumliche Gliederung verwirklicht werden, die in besonderem Maße auf die Empfindungen der Fahrgäste eingeht: Sperrengeschosse und Bahnsteighalle sind lediglich durch Treppenanlagen und verglaste Galerien voneinander getrennt, ansonsten aber zu einer kontinuierlichen Einheit zusammengefaßt. Freie Durchblicke, gradlinige Raumstrukturen ohne Stützen und dunkle Ecken ergeben ein besonders übersichtliches Bauwerk, in dem man sich frei und sicher fühlen kann.

Auffälligstes Gestaltungselement ist zweifellos das linsenförmige Deckensegel, das durchgehend den gesamten Bahnsteigbereich frei überspannt. Parallel dazu verlaufen unterhalb dieser Konstruktion angeordnete Lichtelemente, wodurch die Decke wie ein großer Reflektor wirkt und so zur optimierten Ausleuchtung beiträgt.

Die Seitenwände der Bahnsteighalle bestechen durch ungewöhnliche Spiegelungs- und Lichteffekte des hier verwendeten Materials - in Edelstahl gerahmte Paneele aus doppelwandigem Sicherheitsglas mit dünnem Glasflies als Zwischenschicht. Dieses Gespinst aus feinsten Glasfasern erzeugt den mattweißen, fast mystisch anmutenden Schimmer der Wandverkleidung, in seiner Wirkung ähnlich der raumvergrößernden Illusion einer japanischen Papierwand.

Als Kontrast hierzu erscheinen die übrigen Flächen in dezentem Dunkelblau, jener übergreifenden Grundfarbe des Bahnhofs, die sich in den Zwischengeschoßen fortsetzt und über die eingehausten Treppenanlagen bis hinauf zur Oberfläche als integrierendes Element sichtbar bleibt.

Die blauen Wandflächen erhalten durch das hier verwendete Material - mattglänzende Glasmosaiksteine - einen leicht schimmernden Charakter; er wird noch unterstrichen durch "eingestreute" verspiegelte Mosaikplättchen an den Säulen zwischen Bahnsteig und Schalterhallen.

Liebe zum Detail wird auch deutlich, wenn wir uns den Boden betrachten: Ein dunkel abgesetztes geometrisches Muster im ansonsten hellen Granitbelag durchzieht den Bahnsteig wie ein Teppich in Breite der Treppenabgänge und setzt sich andeutungsweise in den Zwischengeschossen fort.






Daten und Zahlen

Gestaltungskonzept und Ausführungsplanung: Braun, Hesselberger & Partner
Lichtplanung: Lichtdesign Dr. Kramer
Rohbaugestaltung: U-Bahn-Referat, Abt. Architektur
Bauzeit: März 1987 - Oktober 1996
Kosten: 755 Mio DM
(für den kompletten Bauabschnitt U2-Nord)
Eröffnung: 26.10.1996


Hier noch weitere Bilder vom Hasenbergl:

Panoramabild U-Bahn-Station Hasenbergl




Quelle: U-Bahn-Referat