Beherrschendes Motiv des Bahnhofs Großhadern ist das Zusammenspiel von Deckenkonstruktion und Wandgestaltung. Die rohe Betonstruktur des Bauwerks wird hier als "Farbträger" für ein raumfüllendes Gemälde genutzt, das in stilisierter Form die geologischen Schichten des Baugrundes darstellt. Dieses Thema soll an die bodenständige Vergangenheit des Stadtteils Großhadern erinnern, dessen Ortskern um einiges älter ist, als die Stadt München.

Die in Grau- und Brauntönen gehaltenen Farbflächen setzen sich auch in der Bauwerksdecke fort und illustrieren so den Zusammenhang zwischen dem Tunnel und dem ihn umgebenden Boden. Zwei von den Bahnsteigstützen nach außen gekrümmte Schirmflächen aus Aluminium sind hier als zentrale Elemente eines indirekten Beleuchtungssystems installiert. Sie werden von längsverlaufenden Lichtrohren bestrahlt und sorgen durch vorberechnete Reflexion für eine blendfreie Ausleuchtung des Bahnsteigs und der Außenwände. Diese organisch geschwungene Decke mit der Struktur des Tragwerks und der Reflektorlamellen erinnert an die vegetative Form eines Blattes und ist als thematische Fortsetzung der Blumenlinie zu verstehen. Die filigrane Konstruktion erlaubt den Durchblick auf die Decke und die zusammenhängende Bemalung.





Daten und Zahlen

Gestaltungskonzept und Ausführungsplanung: Arch. Büro Grüner + Schnell
Beleuchtungskonzept: Fa. Lichtdesign
Entwurf der Wandbemalung: Johannes Klinger
Mobile: Theo Blaickner
Rohbaugestaltung: U-Bahn-Referat, Abt. Architektur
Bauzeit: 1987 - 1993
Kosten: 269 Mio DM
Bauabschnitt: "U6-West-Klinikum"
Eröffnung: 22.05.1993


Hier noch weitere Bilder von Großhadern:

Panoramabild U-Bahn-Station Großhadern




Quelle: U-Bahn-Referat