Der Bahnhof Feldmoching hat als Endstation mit S-Bahn-Verknüpfung eine besondere funktionelle Bedeutung. Die Umsteigebeziehung soll möglichst klar erkennbar sein und durch eine übersichtliche, leicht und transparent wirkende Ausstattung unterstützt werden. Stahl und Glas bieten sich hierfür als Werkstoff besonders an; sie kommen in "klassischer" Verwendung für Relings und Geländerfüllungen zum Einsatz, aber auch in verstärktem Umfang bei den Konstruktionen der Personenaufzüge.

Zusätzlich sind weißemaillierte Wand- und Deckenverkleidungen im Zusammenspiel mit mattsilbrig glänzenden Aluminiumpaneelen und konstruktive Elemente aus poliertem Edelstahl die dominierenden Materialien dieses Bahnhofs; sie entsprechen dem Bemühen, die Räume möglichst hell und freundlich erscheinen zu lassen.

Dieses Bestreben wird auch im Beleuchtungskonzept sichtbar, das mit Komponenten in unterschiedlicher Optik und Wirkung für Abwechslung sorgt: Verdeckt angeordnete Lichtbänder und hellweiße Reflektorflächen ergeben eine beruhigende indirekte Beleuchtung der Randzonen und lassen die Räume weitläufiger erscheinen. Der Bahnsteig und sonstige Fahrgastbereiche werden direkt bestrahlt durch punktförmige Duluxleuchten, die in abgehängte Decken aus Aluminium-Strukturblech eingelassen sind.

Abschließend ein Wort zur eigentlichen Besonderheit dieses Bahnhofs, das Fotodekor entlang der Bahnsteigaußenwände: Insgesamt 32 emaillierte Bildtafeln zeigen alltägliche Ansichten und Momentaufnahmen aus dem Leben von Feldmoching und eröffnen so eine Perspektive auf ein Gebiet am Rande der Großstadt, das auch heute noch erstaunliche Traditionen altbayerischer Dorfkultur pflegt.

Die Darstellungen haben ganz bewußt einen Bezug zur Oberfläche und sollen die Bedeutung des Verkehrsknotenpunkts mit seiner örtlich gebundenen Identifikation unterstreichen. Entstanden sind die Objekte in Siebdrucktechnik nach Vorlage von aktuellen Schwarz-Weiß-Fotos, die per Computer künstlerisch bearbeitet wurden.






Daten und Zahlen

Gestaltungskonzept und Ausführungsplanung: Architekturbüro Lanz
"Feldmochinger" Bildmotive: Florian Heine (Fotos)
Ricarda Dietz (Künstl. Bearbeitung)
Marc Sigl (computertechnische Umsetzung)
Werner Lampl (Lichtplanung)
Rohbaugestaltung: U-Bahn-Referat, Abt. Architektur
Bauzeit: März 1987 - Oktober 1996
Kosten: 755 Mio DM
(für den kompletten Bauabschnitt U2-Nord)
Eröffnung: 26.10.1996


Hier noch weitere Bilder von Feldmoching:

Panoramabild U-Bahn-Station Feldmoching




Quelle: U-Bahn-Referat